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Vom Blasen in der Botschaft und vom Blasen der Botschaft: G. Huth
Consonare war eingeladen zu den Feierlichkeiten zum 20jährigen Jubiläum des Falls der totalitären Regime am 17.10.09 in Prag zu blasen. Ein sehr schönes und auch beeindruckendes Erlebnis, bei dem mir einige Zusammenhänge mit unserem Glauben und unserem Auftrag als Bläser deutlich wurden. Begonnen hat dieser Festakt in der Deutschen Botschaft, einem wunderschönen Gebäude mit herrlicher Ausstattung und einem ebensolchen Außengelände. Ein Stück Land in einem anderen Land. In diesem kleinen Stück wird versucht etwas von dem wieder zu spiegeln, wie es in dem Originalland ist. Der Besucher soll sich eingeladen fühlen, es soll erstrebenswert sein in dieses Land zu gelangen. Unsere Kirchen sind solche Botschaften des Reiches Gottes auf dieser Erde.
Als Freund kommen, ohne böse Absichten, ohne gefährliche Gegenstände sollte man in eine Botschaft gelangen. Durch eine Sicherheitskontrolle wurden Gegenstände erfasst und mußten draußen bleiben; nach Beendigung des Besuches können sie wieder mitgenommen werden.
Was uns belastet, was böse ist, oder war, weiß unser Herr, er ist immer dabei, er braucht keine Technik zur Sicherheitskontrolle. In unseren Botschaften bietet er an diesen Unrat abzugeben und loszulassen um unbeschwert auf sein Reich hin leben zu können.
Wir durften zur Eröffnung der Feierlichkeiten, zum Beginn und zum Ende Intraden und Choräle blasen. Zu Beginn und Schluss von Besinnungen an Denkmalen, sowie vor und nach dem Abschlussgottesdienst.
Das klingt nach Arbeit, nach notwendiger Umrahmung an Rande, aber es ist etwas Anderes. Nach der Bibel ist das ein priesterlicher Dienst, eine Ehre, als Trompeter oder Bläser Gottes ein Signal, eine Fanfare für die Botschaft Gottes, das Evangelium zu blasen.
Was Evangelium bedeutet, wurde mir deutlich in dem Film über die Situation vor 20 Jahren in dieser Botschaft. Sie war ein Flüchtlingslager. Alle mir aufgefallenen Herrlichkeiten gingen unter in den Massen von Menschen, die aus einem streng bewachten Land in ein überfülltes Grundstück flüchteten, in eine ungewisse Zeit mit ungewissem Ausgang. In Besitzlosigkeit, Enge, Dreck, Seuchengefahr und Angst. Geblieben ist wohl nur ein Funken Hoffnung. Dann kommt der Außenminister auf den Balkon und verkündet die frohe Botschaft, dass die Ausreise gestattet wird und ein unbeschreiblicher Jubel bricht los, in dem seine Worte untergehen. Hier drückt es einem, wie damals vor diesen vielen Jahren, das Wasser in die Augen. Es wurde etwas in Bewegung gesetzt, was aufatmen ließ. Russische Panzer rollten nicht mehr über Menschen, bald rollten sie nach Hause. Wenigen Wochen später war es aus mit dem Gespenst in Europa, das Karl Marx in seinem „Manifest“ angekündigt hatte.
Dieses berührende Beispiel ist nur ein Abglanz des Evangeliums, der Frohen Botschaft, von der wir mit unserem Blasen künden. An ihm können wir aber vielleicht einiges begreifen von dem, was uns geschenkt ist in den Zusagen, die wir bekommen haben. Der Böse ist durch Jesus besiegt, er muss abziehen.
Herr, wir bitten dich um Kraft, Mut und Freude deine Botschafter sein und von deinem Reich etwas weitergeben zu können. Schenke uns bitte, dass noch viele Menschen deinen Ruf beherzigen um gerettet zu werden. Herr lass uns Teil haben an dem unbeschreiblichen Jubel der Befreiung durch dich, lass uns mit unseren Instrumenten schon jetzt mit dem Jubel beginnen.
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